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Fuerteventura

Fuerteventura bildet zusammen mit Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro den im Atlantischen Ozean gelegenen Archipel der Kanarischen Inseln.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Las Playitas ist eine der schönsten Ortschaften auf Fuerteventura

Las Playitas ist eine der schönsten Ortschaften auf Fuerteventura

 

Übersichtskarte von Fuerteventura

Karte Corralejo Ajuy Antigua Betancuria Pajara Tarajelejo Esquinozo Caleta de Fuste Gran Tarajal Costa Calma Morro Jable Cotillo La Olivia Tefia Casillas del Angel Puerto del Rosario Flughafen El Matorral Tuineje

Mit einer Fläche von rund 1.660 Quadratkilometern ist Fuerteventura nach Teneriffa die zweitgrößte Insel der Kanaren. Gleichzeitig ist Fuerteventura unter den Kanarischen Inseln die am weitesten südöstlich gelegene Insel. Die Entfernung zur marokkanischen Küste beträgt lediglich 120 Kilometer. Das nördlich von Fuerteventura gelegene Lanzarote ist nur elf Kilometer entfernt, während die Entfernung zum westlich gelegenen Gran Canaria 81 Kilometer beträgt. Fuerteventura erreicht zwischen der Nord- und Südwestspitze eine Länge von knapp 100 Kilometern und misst an der breitesten Stelle 31 Kilometer. Der Istmo de la Pared ist mit nur rund sechs Kilometer Breite die schmalste Stelle Fuerteventuras und gliedert die Insel in zwei Teile: den nördlichen Hauptteil und die südliche Halbinsel Jandia, die zunächst durch einen schmalen Meeresarm von der Hauptinsel getrennt war.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Die Halbinsel Jandia liegt im Süden von Fuerteventura

Die Halbinsel Jandia liegt im Süden von Fuerteventura

Die Kanaren sind zwar ein Teil Spaniens, genießen innerhalb des Staates aber einen Sonderstatus als Autonome Gemeinschaft und verfügen über einen eigenen Präsidenten sowie ein eigenes Parlament mit 60 Abgeordneten, von denen Fuerteventura sieben Personen stellt. Zusammen mit den beiden Nachbarinseln Lanzarote und Gran Canaria bildet Fuerteventura innerhalb der Kanaren die Provinz Las Palmas. Fuerteventura ist im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria relativ dünn besiedelt. Zum 1. Januar 2007 lebten nur knapp 95.000 Menschen auf der Insel. Die offizielle Landessprache ist, wie generell auf den Kanarischen Inseln, Spanisch. Allerdings sind knapp ein Drittel der Bewohner Ausländer, darunter auch viele Deutsche die hier im Tourismus arbeiten oder auf Fuerteventura ihren Altersruhesitz gefunden haben. Die Hauptstadt von Fuerteventura ist das an der Ostküste gelegene Puerto del Rosario, in dessen Nähe sich auch der internationale Flughafen der Insel befindet. Von hier aus starten auch Flüge zu den restlichen sechs Inseln der Kanaren. Die wichtigsten Tourismuszentren auf Fuerteventura sind Corralejo im Norden der Insel, das an der Ostküste gelegene Caleta de Fuste, sowie Costa Calma und Morro Jable, die beide im Süden Fuerteventuras auf der Halbinsel Jandia liegen.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Bei Corralejo im Norden Fuerteventuras reichen riesige Dünenfelder bis direkt ans Meer

Bei Corralejo im Norden Fuerteventuras reichen riesige Dünenfelder bis direkt ans Meer

 

Informationen zur Entstehung der Insel Fuerteventura

Fuerteventura ist, ebenso wie die übrigen Kanarischen Inseln vulkanischen Ursprungs. Der im Bereich der Kanaren in etwa 4.000 Meter Tiefe liegende Meeresboden wandert in Folge der Kontinentaldrift nach Osten, wird vor der Küste des Afrikanischen Kontinents gestaucht und zerbricht schließlich. Im Bereich dieser tektonischen Verwerfungen dringt Magma, also durch die im Erdkern herrschenden hohen Temperaturen geschmolzenes Gestein, aus dem Erdinneren an die Oberfläche. Fuerteventura ist mit einem Alter von rund 20 Millionen Jahren die älteste Insel der Kanaren. Vor rund 37 Millionen Jahren kam es im Bereich des heutigen Fuerteventuras zu ersten unterseeischen Vulkanausbrüchen. Vor ca. 20,6 Millionen Jahren fanden dann erste Eruptionen oberhalb des Meeresspiegels statt. Ein Großteil der Inseloberfläche entstand während der darauf folgenden acht Millionen Jahre. Danach fanden kaum noch vulkanische Aktivitäten statt, weshalb die meisten Bergketten auf Fuerteventura durch Wind und Niederschläge stark erodiert sind. Schroffe, hoch aufragende Bergmassive, wie sie für die westlichen Kanarischen Inseln typisch sind, gibt es auf Fuerteventura nicht.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Die meisten Berge auf Fuerteventura sind durch Wind und Niederschläge stark erodiert

Die meisten Berge auf Fuerteventura sind durch Wind und Niederschläge stark erodiert

Lediglich östlich von Tiscamanita, das im Zentrum Fuerteventuras liegt, findet man noch einige jüngere Vulkankrater, die lediglich ein Alter von rund 10.000 bis 15.000 Jahren aufweisen. Zu dieser Zeit flossen aus den Vulkankratern glühende Magmaströme, die riesige Bereiche Fuerteventuras bedeckten. Nach dem Erkalten der Magma entstanden unfruchtbare Lavaschollenfelder, die von den Einheimischen malpaís (schlechtes Land) genannt werden. Das größte dieser Felder aus erkalteter Magma, das Malpaís Grande, erreichte bei der Ortschaft Pozo Negro an der Ostküste Fuerteventuras das Meer. Die höchste Erhebung auf Fuerteventura ist der 807 Meter hohe Pico de Jandia auf der gleichnamigen Halbinsel Jandia. Die höchste Erhebung im Zentrum der Insel liegt nahe der alten Hauptstadt Betancuria und erreicht eine Höhe von 724 Metern. Im Nordosten von Fuerteventura befinden sich nicht weit des Touristenzentrums Corralejo große Wanderdünen, die an die Sanddünen der Sahara erinnern. Allerdings wurde der Sand nicht vom nahe gelegenen afrikanischen Kontinent herübergeweht, sondern stammt zum größten Teil aus zerriebenen Muschelschalen und Schneckengehäusen. Auch auf der Halbinsel Jandia findet man überwiegend Strände mit hellem, feinem Sand, während dunkle Sand- und Kiesstrände an der West- und Ostküste Fuerteventuras dominieren.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Der 807 Meter hohe Pico de Jandia ist die höchste Erhebung auf Fuerteventura

Der 807 Meter hohe Pico de Jandia ist die höchste Erhebung auf Fuerteventura

 

Das Klima auf Fuerteventura

Wie auch auf den übrigen Kanarischen Inseln ist das Klima auf Fuerteventura das ganze Jahr über angenehm warm und recht ausgeglichen, was der Insel die Bezeichnung „Insel des ewigen Sommers“ eingebracht hat. Die Temperaturen erreichen in den Wintermonaten tagsüber 20 bis 22°C und sinken nachts, zumindest an den Küsten, nicht unter 14°C ab. In den Sommermonaten liegen die Temperaturen normalerweise bei maximal 26 bis 28°C. Schnee ist auf Fuerteventura unbekannt. Auf Fuerteventura fällt im Vergleich zu den westlich gelegenen Kanarischen Inseln vergleichsweise wenig Niederschlag. In der an der Ostküste gelegenen Hauptstadt Puerto del Rosario beträgt die jährliche Niederschlagsmenge im langjährigen Mittel lediglich 147 Millimeter. Mit Niederschlägen ist meist nur im Winter zu rechnen. Zwischen März und Oktober regnet es auf Fuerteventura in der Regel gar nicht. Die durchschnittliche Zahl von Regentagen liegt bei rund 15 Tagen pro Jahr, wobei auch dann meist nur kurze Schauer zu erwarten sind.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Fuerteventura wird auch die Insel des ewigen Sommers genannt

Fuerteventura wird auch die Insel des ewigen Sommers genannt

 

Die Pflanzenwelt Fuerteventuras

Die Vegetation Fuerteventuras hat sich diesen trockenen Bedingungen angepasst und besteht zum größten Teil aus Wasserspeichernden Pflanzen wie der Kanarischen Wolfsmilch (Euphorbia canariensis). Bis vor wenigen Jahrhunderten waren die Berghänge auf Fuerteventura noch von niedrigem Gebüsch bedeckt. In den höheren Lagen der Insel wuchsen sogar einige Lorbeerbaumarten. Im Zuge der Kolonisierung Fuerteventuras durch die Spanier wurden die Bäume jedoch gefällt um Bau- und Brennholz zu gewinnen. Anschließend wurden die entwaldeten Berghänge durch Ziegen und Schafe total überweidet, so dass Fuerteventura heute zum größten Teil den Charakter einer steinigen Halbwüste aufweist. Lediglich im zentralen Bergland rund um die alte Inselhauptstadt Betancuria ist ein etwas üppigerer Pflanzenwuchs anzutreffen. In den Tälern, den so genannten Barrancos, ist hier meist noch ausreichend Grundwasser vorhanden damit Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis) und Tamarisken gedeihen können. An den Küstenorten wachsen Palmen und die meisten anderen Pflanzen dagegen nur mit Hilfe von künstlicher Bewässerung. Das Grundwasser auf Fuerteventura ist stark salzhaltig, so dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, sowie der Touristen durch zahlreiche Meerwasserentsalzungsanlagen sichergestellt werden muss.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

In den Barrancos des zentralen Berglandes von Fuerteventura gedeihen zahlreiche Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis)

In den Barrancos des zentralen Berglandes von Fuerteventura gedeihen zahlreiche Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis)

 

Die Geschichte Fuerteventuras

Die Ureinwohner Fuerteventuras, die sich selbst Majos nannten, stammten vermutlich von nordafrikanischen Berbervölkern ab, die die Kanarischen Inseln vor ungefähr 5.000 Jahren besiedelten. Im Jahre 1402 begann die Kolonisierung der Kanaren durch die Spanier mit der Eroberung Lanzarotes. Drei Jahre später wurde Fuerteventura von Jean de Béthencourt und seinen Gefolgsleuten im Namen von König Heinrich III. von Kastilien erobert. Zu dieser Zeit lebten vermutlich rund 3.000 Menschen auf Fuerteventura. Jean de Béthencourt gründete kurz nach der Eroberung das nach ihm benannte Betancuria, das für mehr als vier Jahrhunderte Hauptstadt von Fuerteventura blieb. Im Jahr 1834 ging die Funktion der Inselhauptstadt vorübergehend auf das im Inselzentrum gelegene Antigua über, ehe nur ein Jahr später Puerto del Rosario zur neuen Hauptstadt erklärt wurde.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Über vier Jahrhunderte war Betancuria die Hauptstadt von Fuerteventura

Über vier Jahrhunderte war Betancuria die Hauptstadt von Fuerteventura

 

Die wirtschaftliche Entwicklung Fuerteventuras

Aufgrund der sich verschlechternden Umweltbedingungen gaben immer mehr Menschen die Landwirtschaft auf und zogen auf die westlich gelegenen Kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria oder wanderten gleich nach Mittel- bzw. Südamerika aus. Dieser Bevölkerungsschwund konnte erst in den 70er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts gestoppt werden, als der auf den Kanaren aufkommende Tourismus den Einwohnern Fuerteventuras eine neue Existenzgrundlage bot. Mittlerweile ist der Tourismus, wie überall auf den Kanarischen Inseln, der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig auf Fuerteventura. Jährlich besuchen rund 1,5 Millionen Menschen die Insel. Neben den vier Touristenzentren Corralejo, Caleta de Fuste, Costa Calma und Morro Jable gibt es zahlreiche weitere, kleinere Touristenorte an den Küsten und im Landesinneren, die sanften, naturverträglichen Tourismus garantieren. Fuerteventura ist ein Paradies für Wassersportler. Angeboten werden z. B. Segeln, Surfen, Kajak fahren, Wasserski, Jetski oder Tauchen. Aber auch Wanderer und Radsportler kommen auf Fuerteventura voll auf ihre Kosten. Das wichtigste landwirtschaftliche Produkt Fuerteventuras ist der Queso majorero genannte Ziegenkäse, der aus der Milch von rund 40.000 Ziegen gewonnen wird. Insgesamt spielt die Landwirtschaft wirtschaftlich aber keine Rolle mehr. Während im Jahr 1970 noch rund 3,5 % der Fläche von Fuerteventura ackerbaulich genutzt wurden, sind es mittlerweile nur noch 0,1 %. Mit Hilfe künstlicher Bewässerung werden in großen Treibhäusern meist Tomaten produziert, die sich aufgrund ihres intensiven Aromas von Tomaten unterscheiden, die auf den übrigen Kanaren geerntet werden.

Die Insel Fuerteventura gehört zu den Kanarischen Inseln

Wieder geht ein unvergesslicher Urlaubstag auf Fuerteventura zu Ende

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